Die Obdachlosenzeitung fiftyfifty – Werbung und Kunst für den guten Zweck

Seit 1995 erscheint in Düsseldorf die Obdachlosenzeitung fiftyfifty. Wie die ersten Straßenzeitungen der Gegenwart (vor allem The Big Issue, London, seit 1991) schuf fiftyfifty ein Forum für Themen, die das Leben am Rande der Gesellschaft betreffen. Zugleich ermöglicht der Erlös aus dem Verkauf der Zeitung Obdachlosen, Geld zu verdienen, anstatt betteln zu müssen. Seit der Gründung wurden weit über zehn Millionen Zeitungen verkauft und damit über zehn Millionen Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Wohnung geschaffen.

Ausstellung
Foto © Medienzentrum Rheinland Stefan Arendt

Die Zeitung ist nicht das einzige Projekt von fiftyfifty. Viel Geld wird benötigt, unter anderem für soziale Beratung und für Wohnraumbeschaffung. fiftyfifty hat im Verbund mit Partnerorganisationen bereits über 5.000 Menschen von der Straße geholt. Schon bald nach der Gründung der Zeitung unterstützten Künstler fiftyfifty. Jörg Immendorff fing damit an. Neben der Kunst nutzt fiftyfifty ebenfalls beinahe von Beginn an eine weitere für Düsseldorf typische kreative Quelle, die Werbung.

Den Anfang machte die Agentur in puncto. Es folgten McCann Erickson, Rempen und Partner, HAVAS worldwide und andere. Regelmäßig kreieren seitdem renommierte Agenturen und Werber, auch in Zusammenarbeit mit der Hochschule Düsseldorf (HSD) und dem Lore-Lorentz-Berufskolleg in Düsseldorf-Eller, zum Teil preisgekrönte Kampagnen. Namentlich engagiert sich Prof. Wilfried Korfmacher von der HSD, der die aufsehenerregende „BUNG-Werbung“ zur Ausstellung entwarf, seit etlichen Jahren für fiftyfifty.

In der Ausstellung findet sich ein Beispiel, in dem Kunst und Werbung für fiftyfifty zusammenfallen: Thomas Ruff, weltbekannter Künstler, stellte im Jahr 2015 eine Fotoarbeit aus seiner Serie der „Substrate“ für eine große Verkaufsausstellung zugunsten der Obdachlosenhilfe zur Verfügung. Gleich zwei seiner Werke wurden überdies für Plakate verwendet. So leuchtet ein „Substrat“ auf dem Plakat für jene Verkaufsausstellung. Und auch an einer künstlerischen Plakatserie beteiligte Ruff sich, indem er in das starkfarbige und abstrakte „Substrat“ ein Preisetikett mit der Werbebotschaft für fiftyfifty hineinmontierte: „Ruff zum guten Preis/fiftyfifty“ im Stil der Etiketten, die man hier sieht.

Katharina Sieverding, eine weitere in der Ausstellung vertretene Künstlerin, hat erst jüngst, im Frühjahr 2017, ein Großflächenplakat für fiftyfifty entworfen, das in ganz Düsseldorf plakatiert wurde und im kleinen Format zugunsten von fiftyfifty verkauft wird.

Text © Christoph Danelzik-Brüggemann

1 Kommentar zu „Die Obdachlosenzeitung fiftyfifty – Werbung und Kunst für den guten Zweck“

  1. Hat dies auf danelzik rebloggt und kommentierte:
    Mit großem Erfolg setzt sich fiftyfifty in Düsseldorf und in anderen Städten für Obdachlose ein. Werbeschaffende und Werbeagenturen helfen dabei mit. Deshalb darf in der Sonderausstellung über Werbung im Stadtmuseum Düsseldorf ein Kapitel über Fiftyfifty nicht fehlen.

    Gefällt mir

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