Agenturportrait #3 – DDB

DDV1g6UXkAAEcTkUnter den vielen Agenturen Düsseldorfs ist sie ein Schwergewicht: DDB. Beim diesjährigen Cannes Lions International Festival of Creativity – dem weltweit größten und renommiertesten Festival der Werbebranche – schnitt sie als erfolgreichste deutsche Agentur ab. Seit Jahren macht DDB Werbung für große Kunden wie Volkswagen, die Deutsche Telekom oder Henkel. Dabei ist die Agentur mit Standorten in Berlin, Hamburg, Wolfsburg und natürlich Düsseldorf vertreten.

Wie viele Firmengeschichten der großen Düsseldorfer Agenturen, startete auch diejenige von DDB in den USA. Jedoch wurde hier keine deutsche Agentur im Zuge der Expansion übernommen, sondern eine Dependance eröffnet – und zwar die erste von DDB in Europa. 1949 gründeten Ned Doyle, Mac Dane und Bill Bernbach eine Werbeagentur in Manhattan und benannten sie nach ihren Nachnamen Doyle Dane Bernbach. Sie konnten schnell Erfolg erzielen und banden vor allem Kunden mit kleineren Etats an sich. Ihr Stil war leichter als die Mainstream-Werbung der Zeit, sie setzten auf griffige Slogans und cleveren Humor.
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Wim Wenders‘ Werbewelt meets Bertram Rutz‘ Plakatkunst

Als weltbekannter Filmregisseur ist der 1945 in Düsseldorf geborene Wim Wenders für seine Heimatstadt kulturell sehr bedeutend. In Düsseldorf vertreten ist z.B. die „Wim Wenders Stiftung“, die seine Arbeiten zusammenführt und diese für die Öffentlichkeit zugänglich macht. Der Oscar nominierte Regisseur spielt auch in der Werbebranche eine große Rolle, was dem Publikum weitgehend unbekannt ist. Das erste Mal an einem Werbeprojekt arbeitete er in den frühen 1990er-Jahren. Bis dahin hatte er sich bereits mit Filmen wie „Paris, Texas“ (1984) oder „Der Himmel über Berlin“ (1987) einen Namen gemacht. Ein Grund für sein Interesse an der Werbebranche war der Umschwung des Filmbusiness: Laut Wenders wurde der Spielfilm Ende der 1980er als treibende Kraft der Bildästhetik von der Werbe- und Musikbranche abgelöst.

Ausstellung
Ausstellungsansicht mit dem Werbeplakat für „Der Himmel über Berlin“, Foto © Medienzentrum Rheinland Stefan Arendt

Als „Paris, Texas“ in die Kinos kam, waren nicht nur Kritiker und Publikum interessiert, sondern auch die Werbung. Nach Auffassung von Wenders kamen in jedem zweiten Werbespot Andeutungen oder Zusammenhänge zu seinem Film vor, wie z.B. einige Szenen in der Wüste, die auch in „Paris, Texas“ im Fokus stehen. Wenders stieg auch deshalb in die Werbebranche ein, weil er zum einen an „vorderster Front“ dabei sein und zum anderen viel über Werbung und ihre Funktion wissen wollte. In einem Interview mit dem Magazin Horizont sagte er, seine Hauptmotivation sei das Experimentieren mit neuen Techniken. Außerdem ist er interessiert daran, „neue Werkzeuge der Bildsprache“ auszuprobieren.
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Agenturportrait #2 – BBDO Germany

BBDO_RGB_positivBBDO ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten Werbeagenturen Deutschlands. Ihr Hauptsitz befindet sich seit jeher in Düsseldorf, weitere Agenturstandorte der Gruppe gibt es in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Dresden, Stuttgart und Nürnberg. In Düsseldorf arbeiten rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Königsallee – etwa 270 davon für die Kernmarke BBDO Düsseldorf, weitere 700 für Schwester- und Tochterunternehmen wie die PR-Agentur Ketchum Pleon, die Mediaagentur Omnicom Media Group, die Marketing-Consultants Batten & Company und die Dienstleister von agencyservices.

Der Name BBDO stammt dabei – wie bei vielen deutschen Agenturen – von der amerikanischen Muttergesellschaft, die in den 1970er Jahren auf den deutschen Markt strebte. Die Firmengeschichte der Amerikaner reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück: 1891 gründete George Batten in New York die Batten Company, 1919 riefen Bruce Fairchild Barton, Roy Sarles Durstine und Alex F. Osborn ebenfalls in New York Barton, Durstine & Osborn (BDO) ins Leben. Als diese beiden Agenturen 1925 fusionierten entstand die Batten, Barton, Durstine & Osborn Company – abgekürzt BBDO.
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Keyworker Communiqué #4 – Zwischen Kauf und Verkauf lauert die Sünde: Die Privatsammlung von Prof. Scheele

Wie man sich mit dem Thema Werbung wissenschaftlich fundiert, aber auch mit einer großen Portion Humor beschäftigen kann, erlebten wir in der Privatsammlung von Prof. Dr. Walter Scheele. Er war als Leiter einer Werbeagentur, aber auch als Hochschuldozent ein ausgewiesener Fachmann auf seinem Gebiet und kannte alle Methoden und Wirkungsweisen von Werbung.

Weil er sich für die Geschichte der Werbung interessierte, hielt Walter Scheele seit den 1970er-Jahren Vorträge darüber, die großen Zuspruch fanden. Er legte eine Studiensammlung an, um das Thema anschaulich zu präsentieren. Schließlich fasste er sein Wissen in einem Buch zusammen. Es erschien im Jahr 1979 unter dem Titel „Zwischen Kauf und Verkauf lauert die Sünde. Jahrhunderte der Werbung in Geschichten und Bildern“. Den Titel entlieh Scheele dem Alten Testament. Im Buch Jesus Sirach, Kap. 27, Vers 2 (Einheitsübersetzung), heißt es: „Zwischen zwei Steine lässt sich ein Pflock stecken; so drängt sich zwischen Kauf und Verkauf die Sünde.“

Ausstellung
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(W)erben für Lore – Kooperation mit der Lore-Lorentz-Schule

20170618_150216Unter dem Motto (W)erben für Lore lud die Lore-Lorentz-Schule in Düsseldorf-Eller am vergangenen Sonntag in Kooperation mit dem Stadtmuseum in ihre Räumlichkeiten ein. Anlass war das 70jährige Bestehen des Kom(m)ödchens, deren Werbeplakate in der Schule ausgestellt sind. Durch die Umbenennung der Kollegschule Kikweg in Lore-Lorentz-Schule 1998 wurde die Mitbegründerin des mittlerweile ältesten deutschen politisch-literarischen Kabaretts gewürdigt.

Trotz des schönen Wetters fanden sich nun einige Interessierte für eine Führung durch die Schule ein, denn die Führung wurde nicht durch irgendwen gehalten. Zunächst sprach Prof. Wilfried Korfmacher von der Hochschule Düsseldorf, der die Kooperation zwischen der Schule und dem Stadtmuseum einfädelte. Er war auch für die Gestaltung der Werbung für die Sonderausstellung verantwortlich.
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Keyworker Communiqué #3 – Werbung der Immobilienbranche

weisse VillenWerbung für Immobilien bietet ein großes Spektrum verführerischer Versprechen für Geldanlage und Wohnen, wobei alle Register der Werbung gezogen werden. Allzu oft steht das Beworbene jedoch in eklatanter Diskrepanz zur Realität.

So versprechen „idyllische Gärten mitten in der Stadt“ die Verbindung zweier Gegensätze, die Qualität der Vorstadt und die urbane Lebendigkeit. Erstrebte man noch vor kurzem die Villa mit Garten im grünen „Speckgürtel“ der großen Städte, zieht es die wohlhabende Klientel wieder vermehrt in die Stadt. Die Entwickler größerer Wohnprojekte preisen diese an als „urban villages“, „Lebens- und Erlebniswelten“ und versprechen ein „neues Wohn- und Loft-Feeling“ – Lebensart als Kaufargument: „Wer hier einzieht, fühlt sich gleich mit allen Sinnen zu Hause“.
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Die Obdachlosenzeitung fiftyfifty – Werbung und Kunst für den guten Zweck

Seit 1995 erscheint in Düsseldorf die Obdachlosenzeitung fiftyfifty. Wie die ersten Straßenzeitungen der Gegenwart (vor allem The Big Issue, London, seit 1991) schuf fiftyfifty ein Forum für Themen, die das Leben am Rande der Gesellschaft betreffen. Zugleich ermöglicht der Erlös aus dem Verkauf der Zeitung Obdachlosen, Geld zu verdienen, anstatt betteln zu müssen. Seit der Gründung wurden weit über zehn Millionen Zeitungen verkauft und damit über zehn Millionen Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Wohnung geschaffen.

Ausstellung
Foto © Medienzentrum Rheinland Stefan Arendt

Die Zeitung ist nicht das einzige Projekt von fiftyfifty. Viel Geld wird benötigt, unter anderem für soziale Beratung und für Wohnraumbeschaffung. fiftyfifty hat im Verbund mit Partnerorganisationen bereits über 5.000 Menschen von der Straße geholt. Schon bald nach der Gründung der Zeitung unterstützten Künstler fiftyfifty. Jörg Immendorff fing damit an. Neben der Kunst nutzt fiftyfifty ebenfalls beinahe von Beginn an eine weitere für Düsseldorf typische kreative Quelle, die Werbung.
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